Katholischer Kindergarten Herz-Jesu wird zur „Power-Kita“

Zertifikatsprojekt mit Themenschwerpunkt Ernährung und Bewegung in Bochumer Einrichtung

Wir werden  in den nächsten Monaten verstärkt die Themen Ernährung und Bewegung für uns in den Focus nehmen. Dazu stellte am 24.Februar der gemeinnützige Verein Powerschule gemeinsam mit der Signal Iduna IKK sein Konzept vor.

Der Verein Powerschule führt Zertifikatsprojekte in Schulen und Kindergärten durch.Unter dem Motto „Kindergärten werden Power-Kita“ haben die Vertreterinnen der Powerschule, Physiotherapeutin Heike Siepermann und Ernährungsberaterin Andrea Haase, am Mittwoch den Erziehern und einigen Eltern alles das präsentiert, was in den nächsten Monaten auf sie zukommt. „Jedes fünfte Kind ist heute übergewichtig und viele bleiben es auch als Erwachsene. Die Zahl der Krankheiten wie erhöhter Cholesterinspiegel und Diabetes, die früher fast nur im Alter aufgetreten sind, finden sich heute vielfach im Kindes- und Jugendalter. Hier sind Kindergärten und Schulen eine gute Plattform, um rechtzeitig zu informieren und Vorsorge zu betreiben“, erläutert Ernährungsberaterin Andrea Haase. Geschult werden die Erzieher, dabei gibt es Anregungen für Aktionen mit den Kindern und Hilfestellungen, wie der Austausch zwischen Kindergarten und Eltern hinsichtlich Ernährung und Bewegung optimiert werden kann. Die Eltern werden zu einem Informations-nachmittag eingeladen und die Schulabgänger erleben die Praxis rund um Essen, Trinken, Bewegung und Entspannung mit den Referentinnen.

„Schuleingangsuntersuchungen in Großstädten wie Berlin zeigen, dass
jeder vierte Erstklässler zu dick ist, oder erhebliche Defizite im
motorischen Bereich aufweist. Übergewicht, Haltungsschäden,
Koordinationsprobleme und Bewegungsstörungen nehmen rapide zu. Da ist
aus unserer Sicht schon im jungen Kindesalter Handlungsbedarf und wir
hoffen, mit den Aktivitäten wieder sensibilisieren zu können“,
erklärte Margit Kolster, Gesundheitsmanagerin der Signal Iduna IKK und ergänzt: „Wir führen mit der Powerschule Aktionen in Grundschulen durch und ergänzen das Präventionsangebot seit einem Jahr in Richtung Kindergärten. So hoffen wir, durch regelmäßige Kontakte mit den Kindern, Eltern und den Pädagogen Vorsorge zu betreiben und Krankheitsbilder durch Fehl- und Mangelernährung sowie Bewegungsmangel reduzieren zu können und zu vermeiden.“

Früh zu informieren und Tipps und Tricks für die Praxis zu vermitteln, ist auch aus Sicht der zwei Initiatoren des Vereins sehr wichtig. „Vielen, egal ob Klein oder Groß, fällt es schwer, auf Süßes, Salziges und schmackhafte, aber leider auch fettreiche Wurst- und Fleischspeisen zu verzichten. Da hilft die Pyramide“, betont Ernährungsberaterin Andrea Haase. „Das Obst und Gemüse gesund sind, weiß jeder, aber die meisten Menschen haben Probleme, auf ihre fünf Portionen pro Tag zu kommen, und wenn die Eltern damit Schwierigkeiten haben, klappt es bei den Kindern häufig auch nicht. Die Vorbildfunktion ist nicht zu unterschätzen und das gemeinsame Esserlebnis im Kindergarten auch nicht, hier setzen wir an“.

„Bewegung und Entspannung hat Sinn, sogar viele Sinne, die angesprochen
werden“, ergänzt Physiotherapeutin Heike Siepermann. Wie wichtig es ist,
bereits frühzeitig mit der Förderung zu beginnen, das zeigten die
Aussagen der Pisa-Studie und Motoriktests. „Die intellektuellen und
motorischen Leistungen unserer Kinder haben sich in den letzten Jahren
verändert. Grundlegende körperliche Fertigkeiten sind heute nicht mehr
selbstverständlich. Auf einem Bein stehen und das Gleichgewicht halten,
rückwärts laufen und die Orientierung behalten, einen Ball auffangen,
das alles sind heute unlösbare Aufgaben für eine wachsende Zahl von
Kindern. Eine Treppe schnell hinauf steigen und wieder hinunter
springen, auf einer schmalen Mauer balancieren oder auf einen Baum
klettern, diese Tätigkeiten erweisen sich häufig als unüberwindbare
Hindernisse“, so die Fachfrau.
Auch hätten viele Kinder Probleme, sich im Raum zu orientieren oder ihre
Bewegungsabläufe zu koordinieren. Bewegungsaufgaben zum Gleichgewicht,
zur Koordinationsfähigkeit, zur Raumorientierung und zur Geschicklichkeit stellten einen großen Bestandteil des Projektes in dem katholischen Kindergarten Herz-Jesu dar, so Physiotherapeutin Heike Siepermann.
Eltern und Erzieher waren bei dem ersten Informationsaustausch am Mittwoch sehr interessiert und freuen sich auf das, was jetzt kommt. Die einzelnen Projektbausteine wie die Fortbildung der Erzieherinnen, der Elternnachmittag und die Einheiten mit den Kindern zu den Themen Ernährung, Bewegung und Entspannung bauen systematisch aufeinander auf. Abschließend findet dann die Zertifizierung der Einrichtung als „Power-Kita“ durch die Signal Iduna IKK und den Verein Powerschule statt.